15.09.2019 | Bericht zur Exkursion Schloss Hubertusburg / Wermsdorf

Schloss Hubertusburg

Das Ziel dieser Exkursion war die Sonderausstellung „FRIEDRICH AUGUST UND MARIA JOSEPHA – Das verlorene sächsische Rokoko“ anlässlich der glamourösen Hochzeit des sächsischen Kurprinzen mit der habsburgischen Kaisertochter im September vor 300 Jahren.

Führung im Schloss Hubertusburg

24 Teilnehmer reisten mit Bahn und Bus bzw. dem Auto zum größten Jagdschloss Europas, dessen Bau 1721 auf Veranlassung von August dem Starken begann, da das alte Jagdschloss nicht mehr den repräsentativen Ansprüchen einer königlichen Hofhaltung genügte. Ursprünglich als Jagdpalais für seinen einzigen legitimen Sohn und Thronfolger Friedrich August II vorgesehen, wurde es ab 1736 vom Sohn als zweite Residenz des sächsischen Hofes  („Herbstresidenz“) bedeutend umgestaltet und erweitert.

Eine hervorragende Führung von Herrn Berger, Mitglied im Freundeskreis Hubertusburg Wermsdorf, veranschaulichte uns anhand zahlreicher Kunstwerke und modernen Installationen die politisch-dynastische Bedeutung dieser „Traumhochzeit“ sowie das luxuriöse höfische Leben während der Regentschaft der Kurfürsten Friedrich August I. bzw. August II. (der Starke) und Friedrich August II. bzw. August III., die gleichzeitig als Könige von Polen regierten. Neben den Hochzeitsfeierlichkeiten bildeten Familie, Hofzeremoniell, Musik und Oper, Sammelleidenschaft, Jagdvergnügen sowie die Baugeschichte von Schloss und Garten die Schwerpunkte der Ausstellung.

Die augusteische Blütezeit Sachsens mit den Großmachtambitionen endete mit Beginn des Siebenjährigen Krieges am 29. August 1756, als preußische Truppen ohne vorherige Kriegserklärung in Sachsen einfielen. Damit endete auch für das Lieblingsschloss des Herrscherpaares Friedrich August und Maria Josepha die Zeit als temporäre Hofresidenz; 1761 folgte die Katastrophe: Als Vergeltung für Beschädigungen und Plünderungen im Schloss Charlottenburg, an denen auch sächsische Truppen beteiligt waren, wurde auf Befehl des Preußenkönigs Friedrich II. das prachtvolle Rokoko-Schloss mit preußischer Gründlichkeit komplett geplündert. Nur die imposante katholische Schlosskapelle blieb unversehrt und kündigt von der einstigen Pracht. Sonst existierten im völlig ausgeräumten Schloss keine nutzbaren Räume mehr, die Friedensverhandlungen mussten daher 1763 in einem Nebengebäude stattfinden.

Die nach 1763 wieder instand gesetzten Gebäude dienten u. a. als Militärmagazin, Manufaktur, Lazarett, Gefängnis, Heil- und Pflegeanstalt und Fachkrankenhaus. Einige Räume geben einen bedrückenden Einblick in diese Zeit, beeindruckend auch die Darstellung des ehemaligen Spiegelsaales mit den Abbildungen zahlreicher, geraubter Gemälde.

Prof. Dr. Werner Engewald
Freundeskreis

Fotos: Hilka Weidig

Informationen zum Artikel:

Autor:
Datum: Sonntag, 22. September 2019 22:56
Themengebiet: Archiv, Exkursionen, Terminübersicht

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