Wochenendexkursion des Freundeskreises Grassi MAK e.V. nach Köln

Mitglieder Freundeskreis vor dem Kölner Dom

Die diesjährige Wochenendexkursion vom 1. bis 3. August 2014 führte uns nach Köln. Der Hauptanlass war die Einladung der Overstolzen-Gesellschaft zum Jubiläumsjahr 2013: 125 Jahre Kunstgewerbe-Museum, das auf Initiative des gleichfalls 1888 gegründeten Kölnischen Kunstgewerbe-Vereins entstand und 1988 in ‚Museum für Angewandte Kunst Köln‘ (MAKK) umbenannt wurde. Der Verein wurde 1963 unter dem Namen ‚Overstolzengesellschaft‘ wiedergegründet, benannt nach dem Namen einer angesehenen Kölner Patrizierfamilie.

Die Exkursion begann sehr spannend, schon infolge der Ungewissheit, ob die Fahrt mangels Mitfahrer überhaupt stattfindet. Glücklicherweise kam eine Mindestteilnehmerzahl von 17 Personen zustande. Als wir dann so „dastanden“, war die brennende Frage, wann kommt der Bus. Aber alles entwickelte sich Dank Frau Weidig zum Guten. Als es dann ‚Willkumme in Kölle‘ hieß und wir unter sachkundiger Führung einer Historikerin im Dom waren, hatten wir den Zielkorridor erreicht. Den Abend verbrachten wir gemeinsam im Brauhaus „Em Kölsche Boor“. Bei Gaffel-Kölsch und typisch rheinischen Gerichten, die dann auch dringend nötig waren, klang der Tag aus.

Rheinauhafen umgebaute Speicherhäuser

Der Samstag begann mit einer Architekturführung im ehemaligen Rheinauhafen, der jüngst zu einem noblen Wohn- und Geschäftsviertel umgestaltet wurde.

Die Dame, welche die Führung machte, war eine Köllsche Frohnatur. Sie hätte man auch glatt als Kabarettistin durchgehen lassen können, der Dialekt half ihr dabei. Dass die Frau Architektur studiert hatte und Denkmalspflegerin ist, brauchte sie eigentlich gar nicht zu sagen, die Komplexität ihrer Erläuterungen verriet es sehr schnell.

An dieser Stelle sei einmal generell folgendes angemerkt: Bei all den Exkursionen waren es stets außergewöhnliche Experten, welche sich als profunde Kenner der Szene entpuppten und uns führten. Die Verbindung zum GRASSI scheint immer Tür und Tor zu öffnen, frei nach Lucas 19, 11- 28  ‚Ein Pfund, mit dem man wuchern kann‘, aber schade nur, dass zu wenige Mitglieder davon Gebrauch machen. So eine Wochenendfahrt gehört ganz bestimmt zu den kurzweiligsten Dingen die man sich so vorstellen kann.

Nach der Architekturführung fuhr uns der Bus direkt zum Museum für Angewandte Kunst Köln. Die Direktorin Frau Dr. Petra Hesse begrüßte uns gemeinsam mit der Kuratorin Frau Dr. Romana Breuer und dem stellv. Vorsitzenden der Overstolzen-Gesellschaft Herrn Ulrich Wiegmann. Es war ein herzlicher Empfang, der nahtlos in die Führung durch die Dauerausstellung überging. Die Kuratorin Frau Dr. Breuer zeigte uns, nicht ohne einen gewissen Stolz, die Perlen der Sammlungen des MAK Köln.

MAK Köln Jugendstil Abteilung

Zum Beispiel der Kabinettschrank aus der Renaissance mit seiner traumhaften Marketerie war als eines der Highlights sofort zu erkennen. Es gibt aber auch recht kleine Exponate, z. B. eines mit Mikromosaik versehen, welches man ohne Frau Breuer auf den ersten Blick wahrscheinlich übersehen hätte. Die Jugendstil- und Art-déco-Abteilung ist leider größer als im Grassi, da kam meinerseits ein wenig Neid auf. Zuzüglich der Art-déco-Architektur des Grassimuseums ist flächenmäßig dann aber doch viel mehr aus dieser Epoche in Leipzig zu sehen, das tröstet.

Nach einer Stärkung im schönen Museumshof stand noch eine Panorama-Rundfahrt auf dem Rhein im Programm, mal eine Stunde sitzen und schauen war dann auch nicht schlecht. Obwohl schon Abend war, erfolgte das Abendessen im Brauhaus „Früh am Dom“. Das „Früh“ bezog sich auf das „Früh-Kölsch“ und das empfohlene Brauhaus ist urig mit sehr lebhaften Gästen und einem schelmischen Köbes (dt. Kellner). Hier verbrachten wir den Abend gemeinsam mit einigen Vorstandsmitgliedern der Overstolzen. In persona waren zugegen der Schriftführer Herr Peter Karsten und die Sprecherin der Kuratoren Frau Dr. Corina Krawinkel, beide mit Partner. Im Gespräch kam man schnell auf die Gemeinsamkeit der ausschließlich bürgerlichen Sammler und Schenkgeber, die den Grundstock der Sammlungen legten und im Laufe der Jahre mehrten. Der Verlust des Museums im zweiten Weltkrieg und die langen Interimslösungen ähnelten den Zuständen in Leipzig sehr. Der Abend endete mit der glaubhaften Versicherung eines Besuches der Overstolzen in Leipzig.

St. Georg romanische Basilika Köln

Der Sonntag begann mit einer Führung zu zwei romanischen Kirchen, so dass anschließend noch genug Freizeit war, um eigene Aktivitäten zu entwickeln. Einen Teil der Gruppe trafen wir dann im Museum Ludwig bzw. im Römisch-Germanischen Museum, andere begaben sich zum Mittagessen oder erkundeten die Innenstadt. Pünktlich 14 Uhr traten wir die Heimreise an mit der Gewissheit, ein schönes Wochenende verlebt zu haben. Allen, die die Reise vorbereitet und geleitet haben, sei hiermit nochmals herzlich gedankt. Es war wie immer sehr angenehm, das Wetter wie der Inhalt.

Steffen König
Mitglied im Freundeskreis

Hier noch einige Impressionen:

 

Am Rheinauhafen Elisabeth Treskow Platz

Rheinauhafen Kranhäuser

MAK Köln Mercedes-Benz W198

 

Informationen zum Artikel:

Autor:
Datum: Samstag, 16. August 2014 18:52
Themengebiet: Archiv, Exkursionen, Terminübersicht

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