Das etwas andere Grassifrühstück – Rundgang in Leipzig-Gohlis

Am 12. Mai 2012 fand unser diesjähriges „Grassifrühstück im Freien“ bei eher kühlem Wetter statt.

15 Interessierte fanden sich mit der Stadtbezirkskonservatorin Frau Annekatrin Merrem an der Michaeliskirche in Leipzig-Gohlis ein.

Diesmal war ein Rundgang unter dem Thema „Jugendstilarchitektur“ in Süd-Gohlis geplant.

Treffpunkt Michaeliskirche

Frau Merrem erläuterte uns zu Beginn, dass sie das Thema weiter fassen und eher an der Entstehungszeit der Gebäude (um 1900 – 1925) festmachen wird.

Das hatte auch einen guten Grund, denn Geschmack und Geldbeutel der damaligen, sehr wohlhabenden Bauherren waren ausschlaggebend für die Gebäudegröße, die Fassadengestaltung und die verwendeten Baumaterialien und weisen eine Vielfalt von Stilelementen auf, die letztlich in einem Gesamtkunstwerk münden. Davon konnten wir uns beim Rundgang sowohl bei den Mehrfamilienhäusern wie auch bei den Villen überzeugen.

Wir hörten die Namen bekannter Leipziger Stadtbauarchitekten, wie Paul Möbius, Ernst Arthur Hänsch, Emil Franz Hänsel  (Villa Richard Linnemann, Springerstraße 2, Villa Ludwig Hupfeld, Lumumbastraße 11/13, 1910, früher Döllnitzer Straße) etc., die im Auftrag der potenten Bauherren, wie z.B. Wilhelm Hupfeld,  Pianofabrik Leipzig, auch Aufträge für private Wohnhäuser und Villen bekamen.

Frau Merrem hatte alte Baupläne im Gepäck und konnte uns anschaulich an mehreren Gebäuden Architektenentwurf und Bauwerk erläutern.

Am Gebäudeensemble Gohliser Str. 7 – 11 (E. A. Hänsch) und auch an Gebäuden in der Menckestraße findet man die breite Palette des neuen bildhaften Reliefschmucks des Jugendstils – vegetabile Schmuckelemente, Motive aus dem Tierreich, kurvige, gewellte Linien bis hin zu Frauengestalten und allegorischen Fabelwesen.

In der Menckestraße konnten wir das restaurierte Treppenhaus eines Jugendstilhauses besichtigen.

Die Verschiedenartigkeit der Villen zwischen Lumumbastraße, Kickerlingsberg und Menckestraße zeigt den individuellen Geschmack der Bauherren sehr deutlich und sollte natürlich auch den Wohlstand der Besitzer zum Ausdruck bringen. In der Lumumbastraße lohnt ein längeres Verweilen vor der „Gaudigschule“, heute zum Wohnhaus umgebaut.

Ein weiteres Beispiel der verschiedenen Stile ist auch unser Treffpunkt, die Michaeliskirche.

Obwohl noch zum Historismus gehörend, folgt die Architektur keinem klaren stilistischen Programm, sondern vereint Renaissance-, Neogotik-, Neobarock- und Jugend-stilelemente.

So kann man an der Michaeliskirche Elemente des Jugendstils an der Steinfassade, an der Fenstergestaltung sowie an den schmiedeeisernen Gittern und Beschlägen entdecken. Ein genaueres Hinsehen lohnt sich!

Ende des Rundganges - Gosenschenke

Unser Rundgang endete an der Gosenschenke in der Menckestraße, ebenfalls ein Gebäude aus dieser Zeit.

Alle fanden, dass es ein sehr informativer Rundgang war, der den Blick für die Details noch mehr geschärft hat.

Wir danken Frau Annekatrin Merrem dafür sehr herzlich und können den Rundgang nur weiter empfehlen.

Jutta Treuger / Mitglied Freundeskreis

Informationen zum Artikel:

Autor:
Datum: Montag, 11. Juni 2012 8:52
Themengebiet: Archiv, Grassifrühstück, Terminübersicht

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