Tagesexkursion 2017 – Gartenstadt Hellerau & Barockschloss Pillnitz

Historische Gebäude Deutsche Werkstätten Hellerau

Neues Gebäude Deutsche Werkstätten Hellerau

Am Samstag, dem 20.Mai 2017 machte sich eine Gruppe reisefreudiger Mitglieder des Freundeskreises Grassimuseum auf den Weg in Richtung Dresden. Mit 49 Reisenden war der Bus gut gefüllt. Der Anlass des Ausflugs war die herzliche Einladung des Freundeskreises Kunstgewerbemuseum Dresden e.V. auf Grund der korrespondierenden Mitgliedschaften beider Freundeskreise.
Zunächst besuchten wir aber erst einmal die Gartenstadt Hellerau mit dem Festspielhaus. Ein außerordentlicher Glücksumstand war der mit der Führung betraute Peter Peschel.

Hr. Peschel – Führung durch die Gartenstadt

Den Mitgliedern der Jugendstil AG ist Herr Peschel kein Unbekannter, führte er uns doch schon am 12. Mai 2001 durch die Deutschen Werkstätten Hellerau. Er ist die Koryphäe in Bezug Helleraus Historie und ist durch sein Ehrenamt im Laufe der Zeit selbst ein fester Bestandteil der Gartenstadt geworden. Die gut 2-stündige Führung durch die Architektur der Gartenstadt wurde durch die anstehende Rhododendrenblüte wirkungsvoll unterstützt und kulminierte zum wahren Augenschmaus.

Rundgang durch Hellerau

Es wäre jetzt müßig, nochmals alle großen deutschen Architekten zu erwähnen, die in der Gartenstadt ihr Talent dokumentierten. Für mich war bemerkenswert, dass auch Villen der wegweisenden Architekten Theodor Fischer und Wilhelm Kreis hier vertreten sind. Der in Hellerau allgegenwärtige Richard Riemerschmid (1868 – 1957), nach dessen Plänen z. B. auch die Deutschen Werkstätten gebaut wurden, schuf damit einen der wichtigsten Aspekte einer Gartenstadt.
Das unterscheidet Hellerau im Sinne des britischen Städteplaners Sir Ebenezer Howard (1850 – 1928) von den schon acht bestehenden Gartenstädten in Deutschland.
Nach Howard sollten Gartenstädte autark sein, außerhalb von Städten liegen, über wichtige soziale Einrichtungen verfügen, wie z. B. eine Schule. Auch diverse Arbeitsmöglichkeiten als Lebensgrundlage für die Bewohner waren hierbei zwingend notwendig. All das traf in den Anfangsjahren der Gründung der Gartenstadt Hellerau (ab 1908) zu und unterschied sich somit von den anderen „Gartenstädten“. Die erste deutsche Gartensiedlung ist die denkmalsgeschützte Gartensiedlung Gronauer Wald in Bergisch Gladbach ab 1897, gefolgt von der „Gartenstadt“ Neubiberg bei München ab 1900.

Festspielhaus – Gartenstadt Hellerau

Den Abschluss der Führung bildete die Außenbesichtigung des Festspielhauses des Architekten Heinrich Tessenow (1876 – 1950). Die Grundsteinlegung erfolgte 1910 und es war anfänglich einer der wichtigsten Festspielhäuser in Deutschland. Bis 1914 war das Haus Treffpunkt der künstlerischen Avantgarde Europas.

 

Kunstgewerbemuseum Pillnitz

Führung im Kunstgewerbemuseum mit Direktorin Beyerle

Nach einer kurzen Busfahrt nahmen wir unser Mittagessen im Pillnitzer Restaurant „Elbblick“ ein. Danach erfolgte eine Führung durch das Kunstgewerbemuseum in Pillnitz, inklusive der Sonderausstellung „Schwarze Keramiken“ von Linde Burkhardt. Es war uns eine große Ehre, von der Direktorin Frau Tulga Beyerle persönlich empfangen und geleitet zu werden, samstags 15 Uhr sicher keine Selbstverständlichkeit. Sie ist eine gebürtige Wienerin, studierte Industrial Design in Wien und übernahm kuratorische Tätigkeiten u.a. in Glasgow, Lissabon, Wien und Köln. Wir erfuhren etwas über das Museum, seine Pläne, Wünsche und von den Nöten eines Museums, das nur von Mai bis November als solches genutzt werden kann. Der ansässige Freundeskreis versorgte uns mit kostenlosen Eintrittskarten für Park und Museum. Im Gegenzug spendete unser Freundeskreis die Summe des Eintritts für die Restaurierung eines Gottfried Silbermann zugeschriebenen Cembalos. Die Aufnahme war sehr herzlich und die Vertreter des Freundeskreises Kunstgewerbemuseum Dresden e. V. waren sehr um uns bemüht.

Pillnitz Engl. Garten und Pavillon

Nach dem planmäßigen Kaffeetrinken rundete noch ein geführter Gang durch den Schlosspark, natürlich inklusive der legendären Pillnitzer Kamelie, den Tag ab. Es war wie immer ein sehr informativer und kurzweiliger Tag, wir wurden zwar nicht von der Sonne verwöhnt, aber dafür vom Regen verschont. Vielen Dank an das 2-Personen-Organisationsteam für das minutiös abgestimmte Programm, es war uns ein Vergnügen.

 

Steffen König
Freundeskreis

 

 

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Datum: Donnerstag, 1. Juni 2017 0:00
Themengebiet: Veranstaltungen & Exkursionen

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